Konzept und Curriculum der Young Thoracic Oncologists

 

Zielsetzungen

 

Die Initiative „Young Thoracic Oncologist“ (YTO) wurde als Fixationspunkt gegründet, um eine systematische Entwicklung von jungen Nachwuchstalenten für den Bereich der thorakalen Onkologie zur ermöglichen. Die übergeordnete Zielsetzung ist es, das Themengebiet der Thoraxonkologie für die Zukunft interdisziplinär aufzustellen und dadurch interessanter zu gestalten. Hierdurch sollen sich engagierte Nachwuchsmediziner stärker angesprochen fühlen und dauerhaft für den Bereich der Thoraxonkologie gewonnen werden.

Jungen Ärzten und Ärztinnen aus dem Bereich der Thoraxonkologie soll durch die Initiative die Chance ermöglicht werden, sich auf fachlicher, wissenschaftlicher und persönlicher Ebene weiter zu entwickeln. Das Angebot richtet sich dabei an junge Nachwuchsärzte aus allen Disziplinen, die im Bereich der thorakalen Onkologie tätig sind, so aus dem Feld der Pneumologie, Onkologie, Thoraxchirurgie, Radioonkologie, Palliativmedizin, Pathologie, Radiologie und Nuklearmedizin. Durch die Teilnahme an gemeinsamen Workshops und Seminaren wird die Möglichkeit eines intensiven Networkings mit erfahrenen Mentoren geschaffen. Weiterhin wird eine umfassende Vernetzung der jungen Kollegen der verschiedenen beteiligten Fachdisziplinen bereits früh in der Ausbildung gefördert. Es wurde bei der Programmentwicklung bewusst auf eine Einschränkung durch ein Alterslimit verzichtet, um möglichst vielen Interessierten Kollegen einen Zugang zum Programm zu ermöglichen.

 

Curriculum

 

Das vorgeschlagene Curriculum gliedert sich entsprechend der Ziele der Weiterentwicklung junger Kollegen und Kolleginnen in drei Kompetenzsäulen.  Säule eins ist der educational track, welcher eine rein fachliche Weiterbildung beinhaltet. Der zweite Pfeiler umfasst den scientific track, im Rahmen dessen Initiativen zum wissenschaftlichen Arbeiten gefördert werden. Als dritte Säule ergänzen Module aus dem Bereich Personal Excellence eine individuelle persönliche Kompetenzentwicklung der jungen Kollegen bieten.  Das vorgeschlagene Programmdesign versteht sich als erster Grundsatzgedanke – die Initiative soll im weiteren Verlauf durch interessierte Teilnehmer getragen und auch inhaltlich aktiv weiter ausgestaltet werden. Hierdurch wird der tatsächliche Bedarf der jungen Kollegen besser abgebildet und in eine zielgerichtete Weiterentwicklung der Kompetenzen umgesetzt.

 

Educational Track

 

Der Educational Track beinhaltet Qualifizierungsmassnahmen, welche jungen Kollegen die Grundlagen des aktuellen „State of the Art“ der Thoraxonkologie vermitteln. Interdisziplinär gestaltete Seminare beinhalten die notwendigen Techniken der Diagnosestellung, die Indikationsstellung der verschiedenen Therapieoptionen (chirurgisch, strahlentherapeutisch, medikamentös) sowie Konzepte der supportiven Therapie bis hin zur palliativmedizinischen Betreuung. Neue Therapieoptionen („targeted therapy“, Immuntherapie, personalisierte Therapie) sind ebenfalls Bestandteil dieser Veranstaltungsreihe. Darüber hinaus können bei Bedarf auch weitere Themen aus dem Bereich der Palliativmedizin integriert werden, oder auch interventionelle Workshops zum Beispiel aus dem Bereich der Bronchoskopie oder Thoraxchirurgie.

 

Scientific Track

 

Angebote, Workshops und Seminare des Scientific Tracks richten sich an junge Nachwuchskräfte mit Interesse an wissenschaftlicher Arbeit im Bereich der thorakalen Onkologie. Die Inhalte werden dabei möglichst praxisnah vermittelt. Um eine hohe Lerneffizienz zu gewährleisten, ist die Arbeit an konkreten eigenen Themen und Fragestellungen der Teilnehmer ein integraler Bestandteil des Weiterbildungskonzeptes. Mögliche Themen für Workshops können sowohl wissenschaftliche Grundlagen behandeln („Wiederholung der Grundlagen der Statistik, „Wie lese ich ein Paper“?) als auch die Konzeptionierung eigener Studienkonzepte bis hin zu „wissenschaftlichen retreats“ zum Ziel haben. Es erfolgt dabei eine enge Vernetzung mit bereits bestehenden Strukturen, z.B. dem young medical oncologist Programm der AIO. Neben der Wissensvermittlung bieten die Workshops eine ausgezeichnete Networking-Plattform, sowohl auf Ebene der Teilnehmer als auch im Sinne eines Mentorings durch wissenschaftlich etablierte Kollegen. Die Vorstellung der Projekte erfolgt beispielsweise im Rahmen von Kongressen (DGP, Deutscher Krebskongress) sowie von Seminaren (POA). Perspektivisch wird eine aktive Einbindung der jungen Kollegen, z.B. als Co-Vorsitz oder als Vortragende bei den Symposien angestrebt.

 

Personal Excellence

 

Im Kompetenzbereich Personal Excellence wird die individuelle Weiterentwicklung jedes Teilnehmers in den Fokus gestellt, welche insbesondere auf die Förderung der im klinischen Alltag erforderlichen Fähigkeiten ausgerichtet ist. Kerninhalt sind beispielsweise Trainings zu Kommunikation und Konfliktlösung im Hinblick auf palliative Situationen der Patienten, aber auch im Umgang mit dem eigenen Team. Ein weiterer Bestandteil des Qualifizierungsprogramms kann die Kompetenzentwicklung in den Bereichen Selbstorganisation, Stressbewältigung, Achtsamkeit und Resilienz sein, die zum Ziel hat, den Anforderungen eines häufig temporeichen und anspruchsvollen Arbeitsumfeldes gerecht zu werden. Darüber hinaus können Workshops rund um den Themenkomplex Rhetorik, Präsentationstechnik und Vortragsgestaltung in den Weiterbildungs-Track integriert werden.